Die Natur vor der Tür

Wenn es eine kleine heile Welt gibt, dann liegt sie wohl 20 Kilometer nördlich von Ulm. Schon die Strecke nach Weidenstetten liefert einen Vorgeschmack. Die Gegend wird zunehmend ländlicher, die Luft reiner. Acker, Wald und Wiese, so weit das Auge reicht.

ALEXANDER KERN |

Wenn es eine kleine heile Welt gibt, dann liegt sie wohl 20 Kilometer nördlich von Ulm. Schon die Strecke nach Weidenstetten liefert einen Vorgeschmack. Die Gegend wird zunehmend ländlicher, die Luft reiner. Acker, Wald und Wiese, so weit das Auge reicht. Passiert man das hölzerne "Weidenstetten begrüßt Sie herzlich"-Schild, ist man wenige Augenblicke später schon im Kern des 1.400-Einwohner-Dorfes. Dort ragt die Petruskirche in den Himmel, das Wahrzeichen Weidenstettens. Gegenüber befindet sich das Dorflädle "Um's Eck". Hier trifft man am Vormittag viele Weidenstetterinnen, die ihre Wocheneinkäufe erledigen. Zeit für "a kloines Schwätzle vorm Lädle" bleibt auch noch. "Grüß' Gott, Herr Bürgermeister", heißt es, als Georg Engler vorbeiradelt. Das Rathaus liegt direkt auf der anderen Straßenseite.

Schon seit 17 Jahren hält der gebürtige Leutkircher dort die Fäden in der Hand. "Ich fühle mich schon lange als echter Weidenstetter", lacht Engler. Er beschreibt sein Dorf als liebenswerte Ortschaft. "Wir vereinen ländlichen Charme mit der Nähe zur Großstadt Ulm." Das schätzen Einheimische und Touristen gleichermaßen, wenn jetzt im Frühjahr zahlreiche Wander- und Radwege locken. Engler: "Die grüne Natur direkt vor der Haustür macht den Alltag bei uns so lebenswert."

WEIDENSTETTER HALTEN ZUSAMMEN

Besonders stolz ist der Bürgermeister außerdem darauf, dass die Gemeinde keine Schulden hat. "Unsere schwäbische Mentalität trägt Früchte", schmunzelt Engler.

Es wird offensichtlich an den richtigen Stellen gespart, denn Weidenstetten bietet für seine Größe viel Infrastruktur: Grundschule, Kindergarten, Mehrzweckhalle und zahlreiche Vereine. "Der größte Pluspunkt ist aus meiner Sicht die funktionierende Dorfgemeinschaft", erklärt Engler. Egal ob bei der Planung von Festen oder der Integration von Flüchtlingen - es gilt der Grundsatz: Weidenstetter halten zusammen.

Daten & Fakten:
Weidenstetten ist ein Dorf mit landwirtschaftlicher Tradition. Heute kommen auf 1.400 Einwohner nur noch 10 Milch-und Ackerbauern. Viele Weidenstetter sind allerdings nebenberuflich Landwirt.

Der berühmteste Sohn Weidenstettens ist der Theologe Hieronymus Emser. Er lebte im 16. Jahrhundert und war zu Zeiten der Reformation ein Gegenspieler Martin Luthers. Seine Bibel von 1536 liegt im Weidenstetter Rathaus.

Weidenstetten gehört zu den wenigen Gemeinden in Deutschland, die einen Ruheforst beherbergen. Alternativ zur Bestattung auf dem Friedhof wird hier das Begräbnis im Wald angeboten.

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