Dörfchen mit Charakter

Hier hilft man sich, hier zieht man an einem Strang" - wenn Bürgermeister Georg Engler über Weidenstetten spricht, erwähnt er gerne den außergewöhnlichen Zusammenhalt im Dorf.

ALEXANDER KERN |

Hier hilft man sich, hier zieht man an einem Strang" - wenn Bürgermeister Georg Engler über Weidenstetten spricht, erwähnt er gerne den außergewöhnlichen Zusammenhalt im Dorf. Jüngstes Beispiel ist die berüchtigte DJ-Party "Summervibrations", die am Wochenende über die Bühne ging. Der gleichnamige Weidenstetter Jugendclub organisiert das Event. "Beim Auf- und Abbauen der Partyzelte hilft das ganze Dorf zusammen - vom Teenie bis zum Rentner. Sonst könnten wir so eine 3.000-Besucher-Veranstaltung nie stemmen", sagt Martin Reinemer, Vorsitzender von "Summervibrations". Dass die Weidenstetter gerne feiern, zeigt sich auch bei der Sichelhenke im September. Wenn die Bauern die Getreideernte beenden und ihre Sichel an den Nagel hängen, gibt es ein großes Fest mit Bier, Musik und schwäbischem Kabarett.

NEUE HEIMAT FÜR 30 FLÜCHTLINGE

Für 30 Flüchtlinge aus Syrien war die Sichelhenke 2016 einer der ersten Eindrücke ihrer neuen Heimat. "Die Integration schreitet gut voran", so Engler. Auch hier helfen die Bürger tatkräftig mit: Einige Weidenstetter geben ehrenamtlich Sprachkurse, bieten Fahrdienste an oder kümmern sich um Arbeitsplätze für die Flüchtlinge. Das enge Miteinander im Dorf ist auch auf das Vereinsleben zurückzuführen. Zwischen Landfrauen, Posaunenchor und freiwilliger Feuerwehr ist der SV Weidenstetten mit rund 600 Mitgliedern der größte Verein im Dorf. Er wurde als reiner Fußballclub vor 90 Jahren gegründet, hat sich aber zum Mehrspartenverein entwickelt. Überregional bekannt sind Weidenstettens Kegeldamen, die in der 2. Bundesliga spielen. Viele Zuschauer kommen außerdem auf den Sportplatz, wenn das Fußballderby gegen den benachbarten TSV Altheim ansteht. Für die Kinder organisiert der SVW jedes Jahr in den Sommerferien ein Zeltlager. "Schnitzeljagd und Wasserrutsche - jeder, der in Weidenstetten aufgewachsen ist, hat das schon mal erlebt", lacht SVW-Vorstand Ulrich Leibing.

AUF EINEN KAFFEE IN DIE AMTSSTUBE

Der Touristenmagnet Weidenstettens ist "D'Villa". Besitzerin Gaby Hiltner hat das 1750 erbaute Amtshaus renoviert und in ein modernes Café verwandelt, in dem es Gutes von hier gibt. Die Speisekarte punktet mit Schwäbischem: Serviert werden Maultaschen, Kässpätzle und Sauren Linsen. Obwohl das Café erst in diesem Jahr eröffnet wurde, hat sich das historische Flair schon weit über die Region hinaus herumgesprochen. Hiltner freut sich: "Die Gäste kommen aus ganz Schwaben vorbei. Oft bekomme ich zu hören, wie schön wir es in Weidenstetten haben."

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