Stadt für Familien und Abenteurer

Blaubeuren bewegt sich zwischen Touristen- und Familienstadt. In Zukunft soll dieser Spagat noch eleganter gelingen.

ALEXANDER KERN |

Blaubeuren will entdeckt werden", sagt Bürgermeister Jörg Seibold über seine Stadt. Symbolisch für diese Aussage ist der Blautopf. Das vielbestaunte bläuliche Schimmern ist nämlich nicht die einzige Besonderheit der Karstquelle. Das eigentliche Geheimnis des Blautopfs liegt auf seinem Grund.

In rund 20 Metern Tiefe befindet sich der Eingang zum Blauhöhlensystem, das Teile der Schwäbischen Alb durchzieht. Forscher und Höhlentaucher wagen sich regelmäßig in die unterirdischen Gänge und durchforsten das verzweigte Netz.

ÄLTESTE KUNST DER MENSCHHEIT

Doch auch die oberirdischen Höhlen in und um Blaubeuren haben einiges zu bieten. Im Hohle Fels in der Nachbarstadt Schelklingen wurde beispielsweise eine der ältesten Kunstfiguren der Menschheit entdeckt. Die Venus (siehe Bild) ist 40.000 Jahre alt und steht in Blaubeurens Urgeschichtlichem Museum. Im Juli tagt die Unesco und entscheidet darüber, ob die Höhlen des Ach- und Lonetals zum Weltkulturerbe ernannt werden. "Fachleute schätzen die Chancen positiv ein", sagt Georg Hiller, Vorsitzender der Gesellschaft für Urgeschichte. Seibold hofft, dass der Experte Recht behält: "Mitten in den Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum würde uns das Weltkulturerbe natürlich beflügeln."

Es wäre ein weiterer Meilenstein für die Touristenhochburg des Alb-Donau-Kreises, die mit ihrer von Fachwerkhäusern geprägten und vom Flüsschen Ach durchquerten Altstadt im Volksmund auch "Klein-Venedig" genannt wird. Doch Blaubeuren kann nicht nur gemütlich, Blaubeuren kann auch "Action". Die Stadt gilt als Eldorado für Felskletterer. Sportler aus ganz Deutschland suchen auf den rund 30 Kalksteinfelsen im Blautal den Adrenalinkick. Dass Blaubeuren für Touristen so attraktiv ist, schätzt Bürgermeister Seibold sehr. Allerdings steht er vor allem in der Pflicht der 12.500 Einwohner. Derzeit rückt das Thema Stadtentwicklung in den Mittelpunkt. "Wir wollen wachsen - allerdings nicht ins Unendliche", erklärt Seibold. Daher versuche die Stadt, vermehrt junge Familien anzusprechen. Blaubeuren hat seine Kinderbetreuung in den vergangenen Jahren aufgestockt und gleichzeitig Neubaugebiete erschlossen. "Wir wollen in Zukunft in Schulen und den Nahverkehr investieren", so Seibold. Das alles umfasst er unter dem Begriff "Gesamtentwicklungskonzept".

"MASTERPLAN" FÜR BLAUBEUREN

Im Sommer möchte die Stadt damit loslegen. Allerdings nicht, ohne die Bürger miteinzubeziehen. "Sie zeigen außergewöhnliches Engagement, wenn es um ihre Stadt geht. Das hat man auch bei den Jubiläumsfeierlichkeiten gesehen", so Seibold. Er ergänzt: "Ich möchte gemeinsam mit den Bürgern einen ,Masterplan' ausarbeiten, wie sich die Stadt in den nächsten 20 Jahren entwickeln soll."

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