Ulmer Höhenflug

ALEXANDER KERN Das Wolkenmeer lichtet sich. Im freien Fall geht es nach unten. Die Stadt kommt näher und näher. Jetzt bloß nicht abstürzen. Kontrolle bewahren. Immer schön mit den Flügeln schlagen und das Gewicht in die richtige Richtung verlagern.

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ALEXANDER KERN

Das Wolkenmeer lichtet sich. Im freien Fall geht es nach unten. Die Stadt kommt näher und näher. Jetzt bloß nicht abstürzen. Kontrolle bewahren. Immer schön mit den Flügeln schlagen und das Gewicht in die richtige Richtung verlagern. Hat man erst verstanden, wie der Flugsimulator "Birdly" funktioniert, folgt auf den anfänglichen Adrenalinkick pure Begeisterung. Da ist es, das Ulm von 1890, das man im "Birdly" als Spatz erkunden kann. Alles wirkt verblüffend echt: Man sieht den Metzgerturm, hört die Donau plätschern, gleitet über die Stadtmauer, spürt den Flugwind im Gesicht und steuert auf das noch eingerüstete Münster zu. Höher, immer höher, bis dessen Spitze erreicht ist. Was für ein Ausblick! Jedes Detail stimmt. Für die Mutigen folgt jetzt das packendste Erlebnis: Im Sturzflug geht es das Münster runter und rein in die verwinkelten Gassen der Altstadt. Gerade, als man sich an das Leben eines Vogels im 19. Jahrhundert gewöhnt hat, läuft die Zeit ab. Drei Minuten, die buchstäblich wie im Flug vergehen. Man nimmt Kopfhörer und Virtual-Reality-Brille ab und kommt mit einem leichten Drehwurm wieder im Jahr 2017 an.

AM SAMSTAG

GEHT'S LOS

"Das ist immer wieder Adrenalin pur", sagt Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch. Er durfte den "Traum vom Fliegen" schon im Entwicklerbüro der Digitalagentur "Demodern" in Hamburg testen und jetzt auch in der Ulmer Kramgasse 3, wo der Museumsraum, in dem "Birdly" steht, am Samstag offiziell eröffnet wird. "Der Simulator ist Teil des Projektes ,Ulm Stories'", erklärt Czisch. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Stadtkampagne, die das Thema Digitalisierung in den Fokus rückt. Inszeniert wird das dreiteilige Projekt von der Berliner Firma "Interactive Media Foundation" (IMF), die Ideen für einen spielerischen Zugang zu komplexen Themen erarbeitet.

"Mehr als ein Jahr lang haben wir am Konzept für Ulm getüftelt. Wir sind besonders auf das Feedback der Ulmerinnen und Ulmer gespannt", sagt IMF-Geschäftsführerin Diana Schniedermeier.

Den Auftakt zu den "Ulm Stories" macht das Event "Resonanzen" - ein audiovisuelles Konzert, das am Freitag um 22.30 Uhr im Münster über die Bühne geht. Acht Hochleistungsbeamer verwandeln das Mittelschiff in eine Projektionsfläche, auf der Videos zum Thema "Zukunft" abgespielt werden. In den Clips erzählen Ulmer Bürger, wie sie sich das Leben im digitalen Wandel vorstellen - gemischt mit abstrakten Sequenzen. Untermalt wird das Ganze von Orgel und Percussion. Der Eintritt zum Konzert ist frei.

ULM STREBT NACH

SUPERLATIVEN

Der dritte Teil der "Ulm Stories" ist eine Smartphone-App, die "Stimmen des Münsters" heißt. Anhand dieser App können Besucher das Münster völlig anders erfahren. An mehreren Stellen werden Bau-, Kunst- und Kirchengeschichte in einer Art Hörspiel erzählt. Wieder spielt Technik eine bedeutende Rolle: Die Kopfhörer haben eine dreidimensional-räumliche Soundgestaltung und versetzen die Besucher mitten ins Geschehen.

",Ulm Stories' ist ein Projekt, das unseren Anspruch, Zukunftsstadt zu sein, verdeutlicht", sagt OB Czisch und hebt nochmal sein persönliches Highlight der Kampagne hervor: "Der Flug über Ulm ist einfach nur fantastisch. Keine Stadt der Welt hat ein technisch so vollkommenes Gerät zu bieten."

Planung und Finanzierung

"Ulm Stories" wurde durch die Familie Kress, die Gründer der Gartengerätemarke "Gardena", vorgedacht, entwickelt, umgesetzt und finanziert. Lediglich den täglichen Betrieb und das Marketing für die "Birdly"-Simulation übernimmt die Stadt.

Die Kosten von 120.000 Euro werden durch die Tickets teilweise refinanziert.

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