Ab in den Kochtopf

Was macht man mit Tieren, die viele andere nützliche Tiere vernichten? Man fackelt nicht lange und bereitet sie einfach in der Pfanne mit Knoblauch und Öl zu!

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Seinen Namen hat er von dem weiß-türkisen Fleck am Daumengelenk: der Signalkrebs. Es ist fast ein kleines Warnsignal: "Er ist Träger der Krebspest. Wo der auftaucht, sterben alle anderen heimischen Edel- oder Steinkrebse", erklärt Simon Henle, Fischmeister beim Fischereiverein Ulm/Neu-Ulm e.V.

KAMPF GEGEN WINDMÜHLEN

Während der Signalkrebs resistent gegen die Krebspest ist und sie auch dem Menschen nichts anhaben kann, verenden einheimische Krebsarten schnell. Seit Jahren verbreitet sich das Neozoon - so der Fachbegriff für tierische Invasoren - vor allem in der Iller und ihren Nebengewässern, auch sind schon einige Exemplare in der Donau gesichtet worden. Den Anfang machten wohl Signalkrebse, die ursprünglich aus einer Zucht in die Iller kamen und auswilderten. "Die verbreiten sich richtig massiv. Sie fressen Brutfische und wenn Fische ablaichen, ist das ein Festschmaus für sie", meint Simon Henle mit Blick auf die Leibspeise der Signalkrebse. Sie schaden also auch dem Fischbestand. Wiederum gibt es Fische, welche kleine Signalkrebse fressen oder die so genannten Butterkrebse. Das sind Krebse, deren Panzer nach der Häutung noch weich ist. "Wir haben Fische, die Signalkrebse fressen, eingesetzt, etwa Zander und Barsch. Doch ist es wie bei Don Quijote ein Kampf gegen Windmühlen", bringt es Fischmeister Henle auf den Punkt. Die effektivste Lösung, den Bestand etwas zu verringern ist: die Krebse fangen und essen. "Sie schmecken hervorragend wie ein Edelkrebs. Ich mag sie am liebsten in Salzwasser gekocht, ausgepellt, dann nur in etwas Öl mit Knoblauch und Kräutern geschwenkt", berichtet Fischmeister Henle über seine kulinarischen Erfahrungen. 2.500 bis 3.000 Exemplare fangen die Fischer pro Saison. Die ist vor allem im Frühjahr und Sommer, denn die Krebse sind in den warmen Monaten am aktivsten. "Da ist ihr Stoffwechsel höher. Vor allem nachts sind sie besonders aktiv", bemerkt Henle, während er eine Reuse aus der Iller nimmt, in der sich einige Signalkrebse tummeln. Viele Reusen für eine große Portion Signalkrebse legen die Fischer im September zu ihrem Jahresfest aus: Beim Königsfischen des Fischereivereins stehen die Krebse als besondere Spezialität auf der Speisekarte.

Info

Feine Fischspezialitäten und Krebse in Weißwein vom Fischmeister gibt es zum Königsfischen des Fischereivereins Ulm/Neu-Ulm e.V., 10. September, 6 bis 11 Uhr im Fischerheim, Am Sandhaken 25, in Ulm-Donautal.

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