Müllers Ulm: Mitten in Ulm

Ein Amoklauf in Ulm - das kann man eigentlich gar nicht glauben. Und doch gab es gestern Amokalarm. Wie schnell man dabei mittendrin sein kann, hat mir der gestrige Tag gezeigt.

STEFANIE MÜLLER |

Ein Amoklauf in Ulm - das kann man eigentlich gar nicht glauben. Und doch gab es gestern Amokalarm. Wie schnell man dabei mittendrin sein kann, hat mir der gestrige Tag gezeigt.

Mittagspause im Stammlokal um die Ecke, auf einmal Polizei, Krankenwagen, Sondereinsatzkommando ...

Man glaubt es kaum und reibt sich die Augen, schließlich sitzt man hier mitten im idyllischen Ulm

Und dennoch, schnell wird alles abgesperrt, von Amokalarm in der Friedrich-List-Schule ist die Rede. Im Lokal hat man eine außergewöhnliche Konstellation: Die Tochter der Besitzerin hat Freunde in der Schule, die ihr immer wieder per Smartphone verzweifelte Hilferufe schicken. Eine Mutter, die auf ihr Kind wartete, hat auch hier Platz genommen, sie ist verständlicherweise sehr nervös und bald hält es sie nicht mehr auf dem Stuhl und sie läuft von einer Ecke des Cafés in die andere.

Man fühlt sich hilflos

Draußen vor der verglasten Front steht ein Riesenaufgebot an Polizei mit Schutzwesten und Gewehren, der Hubschrauber kreist über dem Szenario. Man darf nicht mehr raus, nicht mehr rein - alles ist abgesperrt. Herzlich willkommen im amerikanischen Albtraum. Es tut sich nichts, man hört nichts, nichts bewegt sich - alle fragen sich, was wohl passiert ist. Die verzweifelte Mutter läuft und läuft und fragt ständig nach Neuigkeiten. Man fühlt sich hilflos.

Draußen pöbeln Passanten die Polizisten an, weil sie sich einen Weg durch die Absperrung bahnen wollen und nicht verstehen, dass man hier jetzt eben nicht - auch nicht "nur mal kurz" - durchlaufen darf.

Gott sei Dank kommt nach einer quälend langen Zeit endlich die Entwarnung - Fehlalarm. Ich freue mich sehr für alle, die an dieser Stelle erleichtert aufatmen und ihre Kinder wieder in die Arme schließen können. Mich hinterlässt dieses Erlebnis trotzdem aufgewühlt und nachdenklich.

Blumen und Zitronen

Die Blumen der Woche gehen an die Polizei, die unfassbar schnell vor Ort war und super reagiert hat, an die Eltern, die Todesängste ausgestanden haben, und natürlich an die Schüler, die zum Großteil gar nicht richtig wussten, wie ihnen geschah.

Die Zitrone der Woche geht an die Pöbler, die absolut kein Gespür für Gefahrensituationen haben und sogar bei einem Amokalarm nur an sich denken. Was läuft da bloß falsch?

Stefanie Müller

Redaktionsleitung

uwo@swp.de

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