Das Glück von der Weide

Frisch vom Hof - Jede Woche ein Direkterzeuger. Heute: Schäfer Friedrich.

PETRA STARZMANN |

Viele kennen ihn vom Ulmer Wochenmarkt: Schäfer Wolfgang Friedrich aus Langenhaslach (Landkreis Günzburg) steht jeden Mittwoch und Samstag in seinem hellgelben Wagen und bietet alles an, was er bei seiner Schafzucht verarbeiten kann: von der Wurst bis zum warmen Winterfell. Dabei ist er ganz auf sich alleine gestellt. Er ist Schäfer, Metzger und Kaufmann zugleich, hält die Tiere, schlachtet sie und bringt die Ware an die Kundschaft.

DIE CRUX MIT DER WOLLE

200 Mutterschafe und Lämmer sind Teil seiner Herde. Es sind Merinoschafe, deren Wolle unter anderem in Pullovern verarbeitet wird. "Die Wolle ist aber inzwischen fast nichts mehr wert", erklärt Friedrich. Nur einen Euro gebe es pro Kilo. Und da ein Schaf gerade einmal drei Kilo Wolle pro Jahr einbringt, fokussiert sich Friedrich auf den Fleischverkauf.

ROSAFARBENES QUALITÄTSSIEGEL

Vor allem Lammprodukte sind bei der Kundschaft beliebt. Die Jungtiere werden meist im Alter von sechs Monaten geschlachtet. "Durch die kurzen Wege von der Weide in die Metzgerei haben die Tiere keinen Stress", betont Friedrich und ergänzt: "Qualitativ hochwertiges Lammfleisch erkennt man vor allem an einem hellen Rosaton. Ist das Fleisch dunkel, war das Tier beim Schlachten schon älter. Dann muss man die Ware auch als Schaffleisch verkaufen." Lammkoteletts schmecken mit Thymian verfeinert am besten - "ein Gedicht", schwärmt Friedrich. Kulinarische Spezialitäten sind auch seine Wurstkreationen: "Die Rezepte habe ich aus alten Büchern gesammelt und weiterentwickelt." Eigenes Fleisch und feine Gewürze sind immer Hauptbestandteil seiner Wurstwaren. Verkaufsschlager ist die Schafssalami - mit Walnüssen veredelt.

Neben der kulinarischen Kreativität als Metzger ist vor allem Friedrichs Fürsorge als Schäfer entscheidend für den Erfolg seines Betriebes. Denn wer denkt, dass ein Schäfer seine Tiere den ganzen Tag nur beim Weiden beobachtet und sonst nichts zu tun hat, liegt daneben. Die Wolle der Schafe schützt sie zwar vor Kälte und Wärme, doch sich um die Tiergesundheit zu kümmern, gehört zu den zeitintensivsten Aufgaben eines Schäfers. "Einmal im Jahr werden sie gebadet als Schutz gegen Außenparasiten wie Zecken", erklärt Friedrich und fügt hinzu: "Danach sind die Schafe dann wieder froh, wenn sie auf die Weide zurückkönnen. Wasser mögen sie nämlich nicht."

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Warum man mit Energiesparlampen ...

Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen.

Energiesparlampen schonen das Klima, weil sie viel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Doch wenn sie zerbrechen, ist Vorsicht angesagt – vor allem, wenn sie Quecksilber enthalten. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr