Nachtaktiv: Fil dein Leben!

Sie haben sich nicht verlesen, die Redaktion hat auch nicht gepennt und beim Korrigieren irgendetwas vergessen. Die Überschrift soll so sein.

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Sie haben sich nicht verlesen, die Redaktion hat auch nicht gepennt und beim Korrigieren irgendetwas vergessen. Die Überschrift soll so sein.

Warum? Der Spannungsbogen bewirkt in diesen Fall, dass Sie den Kopf schütteln und sich total gespannt fragen: Was will er uns diese Woche sagen? Fil, ist vieles. Comiczeichner, Expunk, Musiker, Kabarettist und auch noch mitten aus Berlin. Gerade erst 50 geworden, war der leicht chaotische Comedian am Freitag im Roxystudio zu Besuch. Mit seiner Show "Triumph des Chillens" wurde im ersten Block ein schwung- und liebevoller Lebensratgeber in vier Schritten vorgestellt. Braucht man ja auch - wie soll man sonst in den verwirrenden Zeiten von Trumpland überleben?

Zum Einstieg wurde da die AfD erstmal in "Adolf für Dumme" übersetzt. Dann folgte Fils Regel Nr. 1: Chill immer in deiner Generation. Klingt einleuchtend. Warum soll sich auch der Ü40-Jährige mit der Jugendsprache wie "Heh Du Modell" oder Abkürzungen wie "Lol" bei der Jugend zum Affen machen? Als Regel Nr. 2 wird uns "Kein Sex" vorgeschlagen. Hier erntet Fil den ersten Widerstand. Auch wenn hier die Definition "Sex ist wie Bulimie, man fängt immer wieder von vorne an" für einige Lacher sorgt, wird dieser unterhaltsame Themenpunkt nicht ganz angenommen. Regel Nr. 3: "Bewusst alt werden". Sich selber gut finden und ruhig eine lustige Geschichte zwei Mal erzählen. Denn schließlich ist ja "tot das neue Alt". Fils Regel Nr. 4: Internet aus. Analog leben und mit sich selber beschäftigen. Tja, und da war auch der erste Block leider schon vorbei. Der zweite hatte mit dem ersten nichts mehr zu tun, brachte aber viel Haut zum Anschauen. So halbnackt mit Gitarre, dass hat schon was. Leider wurde es dann doch recht chaotisch und fahrig, langweilig aber nicht. Der Kerl hat einen feinen Humor und eine schöne Sprache. Das ist jetzt nur meine Meinung - da darf gerne widersprochen werden. Muss man ja heute anbieten, wo doch alle so empfindlich sind und so viel über alternative Fakten geredet wird. Schönster Satz des Abends: "Ich versuche aus parodistischen Gründen extra schlecht zu spielen und es klingt wie Bob Dylan".

Die Lehre des Abends

Der Fauxpas des Abends passierte aber nicht auf der Bühne, sondern davor. Und er passierte auch nicht Fil, sondern mir. Ich hielt nämlich ein paar Infos während der Vorstellung auf meinem Handy fest - digital statt analog auf einem Block. Dass sich die Nachbarn dadurch gestört fühlen könnten, weil der komische Typ da vielleicht SMS schreibt, kam mir nicht in den Sinn. Für alle, die da waren: Sorry, ich habe mal wieder keinen Cent nachgedacht, und gedankenlos auf dem neuen Zeitfresser rumgekloppt - kommt nicht wieder vor! Vielleicht sollte ich mich mehr an Regel Nr. 4 halten?

Frede Ferber

uwo@swp.de

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