Da geht was!

Dem Unternehmen geht es gut, die Geschäfte laufen bombig, aber die Zahlen auf dem Gehaltszettel stagnieren? Dann ist es an der Zeit, mehr Lohn zu fordern. "Wenn Sie nicht Rentner oder Lehrer sind, geht beim Gehalt eigentlich immer etwas", meint Karriereberaterin Claudia Kimich.

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Dem Unternehmen geht es gut, die Geschäfte laufen bombig, aber die Zahlen auf dem Gehaltszettel stagnieren? Dann ist es an der Zeit, mehr Lohn zu fordern. "Wenn Sie nicht Rentner oder Lehrer sind, geht beim Gehalt eigentlich immer etwas", meint Karriereberaterin Claudia Kimich. Wer erfolgreich verhandeln möchte, sollte sich aber gut vorbereiten und einige Aspekte berücksichtigen.

Wenn man mit der Leitung eines Projekts beauftragt wird, zusätzliche oder andere Tätigkeiten übernehmen soll, ist das genau der richtige Zeitpunkt, um mit dem Chef über das Gehalt zu sprechen. "Es ist sinnvoll, nach mehr Geld zu fragen, wenn das eigene Aufgabenspektrum erweitert wurde", bestätigt Katharina Heuer, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Personalführung. Grundsätzlich wird beim Thema Gehalt dazu geraten, in die Offensive zu gehen und nicht etwa ein turnusmäßiges Feedback-Gespräch abzuwarten. "Wenn der Chef zur Unterredung bittet, ist man bereits in der Defensive", erklärt Professor Thilo Büsching von der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Also: Nicht warten, bis der Chef allein auf mehr Geld kommt und bis dahin bescheiden weiterarbeiten! Die eigenen Leistungen aktiv herausstellen, heißt die Devise.

WAS IST MEIN

MEHRWERT?

Als Vorbereitung für das Gespräch sollte man sich die eigenen Argumente schriftlich zurechtlegen. Diese Liste können Mitarbeiter dem Vorgesetzten vorab mailen, so dass dieser nicht überrumpelt wird. Warum soll mein Gehalt erhöht werden? Worin besteht mein Mehrwert für das Unternehmen? Wie nutze ich der Firma? Diese zentralen Fragen sollte man schlüssig beantworten können. Dazu sollte man das Gespräch vorab üben. Viele Antworten auf unangenehme Fragen lassen sich problemlos vorab im Rollenspiel mit Freunden oder Bekannten proben. Doch oft geschieht das nur unzureichend: "Der Hauptfehler ist, es wird nur einmal geprobt. Das ist so, als würde eine Fußballmannschaft nur einmal trainieren", so Professor Thilo Büsching.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt: Der Chef ist kein Gegner! Oft übersehen Mitarbeiter, dass auch er die Gehaltserhöhung vor seinen Vorgesetzten rechtfertigen muss. Am Ende sollte deshalb eine Situation stehen, von der beide Seiten etwas haben. "Man muss den Chef zum Verbündeten machen, damit der das Budget durchboxt", erklärt Claudia Kimich. Und was, wenn trotz aller guter Argumente ein "Nein" kommt? "Viele Menschen geben zu früh auf, das ist einer der größten Fehler bei Verhandlungen", sagt die Karriereberaterin.

DER CHEF ALS

VERBÜNDETER

Eine Alternative zur Gehaltserhöhung kann eine einmalige Prämie sein. Bei einer Zielvereinbarung verabreden beide Seiten, nach Ablauf einer Frist noch einmal über das Thema Geld zu sprechen. Wenn wirklich gar nichts zu machen ist und man finanziell seit Jahren auf der Stelle tritt, sollte man über einen Jobwechsel nachdenken. Empfehlenswert ist es, vorab den eigenen Marktwert zu testen. Wer auf eine Bewerbung eine positive Rückmeldung bekommen hat, tritt im Gehaltsgespräch deutlich selbstbewusster auf.

Literaturtipp

Claudia Kimich

Um Geld verhandeln. Gehalt, Honorar und Preis - So bekommen Sie, was Sie verdienen. Beck kompakt 2015

2. Auflage

ISBN-13 978-3-406-67423-5

128 Seiten

6,90 Euro

SWP

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