Das Bewerbungsherz

CLAUDIA WOHLHÜTER, DPA Ein neuer Mitarbeiter wird gesucht, die Bewerbungsmappen liegen auf dem Schreibtisch des Personalverantwortlichen bereit. Was schaut er sich wohl als Erstes an?

CLAUDIA WOHLHÜTER, DPA

Ein neuer Mitarbeiter wird gesucht, die Bewerbungsmappen liegen auf dem Schreibtisch des Personalverantwortlichen bereit. Was schaut er sich wohl als Erstes an? Gemäß einer Umfrage des Jobportals "Staufenbiel Institut" und der Unternehmensberatung "Kienbaum" überprüfen drei von vier Personalleitern bei Bewerbungen als erstes den Lebenslauf. Sobald hier inhaltlich oder formal Fehler auftauchen, wird der Kandidat sofort aussortiert. Aber wie sieht er aus, der perfekte Lebenslauf? Die wichtigsten Stationen und die ausgeübten Tätigkeiten kurz und knackig auf ein bis maximal zwei DIN A4-Seiten darstellen - das ist die große Kunst des Lebenslaufschreibens.

BEZUG ZUR STELLE

Bewerber sollten dazu in ihrem Lebenslauf nur Praktika und Nebenjobs angeben, die einen Bezug zu der Stelle haben, auf die sie sich bewerben. "Viele geben einfach alles an, was sie irgendwann einmal gemacht haben", sagt Torsten Schneider vom Bundesverband der Personalmanager. Gebe es keinen Zusammenhang zur Stelle, seien das jedoch überflüssige Informationen. Im schlimmsten Fall ist der Lebenslauf dadurch überfrachtet, und beim Personaler entsteht der Eindruck, dass der Bewerber sich nicht auf das Wesentliche beschränken kann.

MIT DER LETZTEN

STATION ANFANGEN

Ebenfalls völlig verzichtbar sind Angaben zum Beruf der Eltern, der Grundschule, zum Familienstand und der Religionszugehörigkeit. Auch die Gehaltsvorstellung gehört definitiv nicht in den Lebenslauf. Wer Noten nennen möchte, sollte dies überall tun und nicht nur dort, wo sie besonders gut ausfielen - ansonsten lieber weglassen.

Bei der Auflistung der Jobs beginnt man mit der letzten Station, danach geht es mit abnehmender Aktualität weiter. Auch Kompetenzen, die mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun haben, wie Sprach- oder EDV-Kenntnisse sollten nach den beruflichen Stationen kurz genannt werden.

MINUSPUNKTE

Immer wieder entdeckt Personalmanager Torsten Schneider Rechtschreibfehler in einem Lebenslauf - und sortiert den Kandidaten dann sofort aus. Bewerber sollten das Dokument also mehrmals lesen und es zur Sicherheit auch von Familie oder Freunden gegenchecken lassen. Minuspunkte gibt es außerdem für einen Kandidaten, dessen Kontaktdaten im Lebenslauf fehlen.

Die Postadresse sowie die E-Mail-Adresse und die Telefondaten sollten mindestens vorhanden sein. Der Experte findet in den Kontaktdaten oft skurrile E-Mail-Adressen wie "MissSunshine91@yahoo.de". Das ist - um es vorsichtig auszudrücken - in Bewerbungsunterlagen eher nicht optimal. Einfachste Lösung: Sich vor der Bewerbung noch eine seriöse E-Mail-Adresse zulegen, am besten mit Vor- und Nachname. Haben Bewerber zeitliche Lücken im Lebenslauf - etwa zwischen zwei verschiedenen Jobs -, sollten sie diese unbedingt kurz erklären. Die schlechteste Variante sei, gar nichts zu schreiben, sagt Torsten Schneider. Dann gingen viele Personaler automatisch davon aus, dass ein Thema verheimlicht werden muss.

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