Zum Lernen motivieren

BETTINA LEVECKE/DPA Die meisten Kinder freuen sich vor dem ersten Schultag auf ihren neuen Lebensabschnitt. Aber die Umstellung von der spielerischen Kindergartenzeit zum Lernen in der Schule ist groß: Im Unterricht gilt es, aufmerksam und leise zu sein.

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BETTINA LEVECKE/DPA

Die meisten Kinder freuen sich vor dem ersten Schultag auf ihren neuen Lebensabschnitt. Aber die Umstellung von der spielerischen Kindergartenzeit zum Lernen in der Schule ist groß: Im Unterricht gilt es, aufmerksam und leise zu sein. Und ständig kommen neue Aufgaben, die gelöst und erledigt werden müssen. Ganz schön viel zu tun. "Es ist keine Seltenheit, dass Kinder sich nach den ersten Wochen oder Monaten überfordert fühlen und eine Lernunlust entwickeln", sagt der Psychologe und Autor Fritz Jansen. Es sei sehr wichtig, frühzeitig auf eine Lernunlust zu reagieren und die Kinder aktiv zu unterstützen. Im Alltag ist oft wenig Zeit für Gespräche. Doch für die Lernmotivation ist es von großer Bedeutung, dass die Kinder von ihren Erlebnissen erzählen können.

ZEIT FÜR

GESPRÄCHE NEHMEN

Eltern sollten sich aufrichtig für die Schule interessieren und nachfragen, statt auszufragen, empfiehlt Lehrerin Hanna Hardeland. Mit den Eltern das neue Wissen und die Erfahrungen zu teilen, macht Kinder stolz und schenkt ihnen Wertschätzung. "Das ist ein ganz großer Motivator." Motivierend ist natürlich auch Lob. Doch oft schauen Eltern bei den Hausaufgaben eher auf Fehler oder Dinge, die noch unvollständig sind. Auch wenn diese Hinweise manchmal nötig sind, braucht es daneben mindestens genauso viel Anerkennung für das, was richtig gemacht wurde. Denn: Grundschüler machen ihre Hausaufgaben noch nicht für sich selbst, sondern aus der Motivation, der Lehrkraft und den Eltern zu gefallen, sagt Jansen. Viele Kinder sind nach der Schule müde und kaputt. Deshalb sollte man ihnen vor den Hausaufgaben eine Pause zum Entspannen einräumen. Nach dem Mittagessen eine mindestens 15-minütige Pause hilft schon viel.

Daneben sei es wichtig, dass die Hausaufgaben zu einer festen Zeit im Alltagsprogramm stehen. Das fördert die Disziplin und Arbeitsbereitschaft, am besten an einem schönen und ruhigen Arbeitsplatz, an dem das Kind sich wohlfühlt. Mit kleinen Extras, zum Beispiel ab und zu neuen Stiften oder anderen Arbeitsmaterialien, kann die Motivation zusätzlich unterstützt werden. Hausaufgaben nerven, besonders wenn die anderen Familienmitglieder gerade nichts zu tun haben. Besser sei es deshalb, wenn auch die Eltern aktiv sind, sagt Hardeland. Ob Wäsche zusammenlegen oder Post erledigen: "Wenn Kinder sehen, dass die Eltern auch Aufgaben zu erledigen haben, fällt es ihnen schon etwas leichter, sich an die eigenen zu setzen."

SELBSTVERTRAUEN STÄRKEN

Neben dem Blick auf die Leistung ist es wichtig, auch die Persönlichkeit des Kindes loben, sagt Jansen. Dafür können Eltern zum Beispiel betonen, wie geduldig das Kind bei den Hausaufgaben gewesen ist. "So lernen Kindern, dass sie nicht nur angenommen werden, wenn sie etwas leisten, sondern auch aufgrund ihres Charakters. Das stärkt das Selbstvertrauen." Wenn Kinder Schwierigkeiten haben, die Hausaufgaben alleine zu machen, hilft es, kleinere Etappenziele zu planen. "Die Eltern können sich dann in der Nähe aufhalten und gerufen werden, wenn eine Aufgabe erledigt ist", sagt Hardeland. Wenn auf jede Etappe eine positive Bestätigung folgt, fällt es Kindern leichter, weiterzumachen und dranzubleiben - auch bei kniffligen Aufgaben.

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