Fit auf der ganzen Linie

ELENA ZELLE/DPA Hauptsache im Kopf fit bleiben - das wünschen sich viele fürs Älterwerden. Allerdings nimmt die geistige Leistungsfähigkeit mit den Jahren so oder so etwas ab. Die gute Nachricht ist aber: Jeder kann ein Stück weit beeinflussen, wie schnell dieser Prozess voranschreitet.

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ELENA ZELLE/DPA

Hauptsache im Kopf fit bleiben - das wünschen sich viele fürs Älterwerden. Allerdings nimmt die geistige Leistungsfähigkeit mit den Jahren so oder so etwas ab. Die gute Nachricht ist aber: Jeder kann ein Stück weit beeinflussen, wie schnell dieser Prozess voranschreitet. Wer sein Gehirn trainiert, kann sogar den Beginn von Erkrankungen wie Demenz hinauszögern. "Wer rastet, der rostet", sagt Gehirntrainerin Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen. Denn wer seine Fähigkeiten nicht nutzt, verliert sie mit der Zeit.

Wer am Ball - das heißt geistig aktiv - bleibt, kann die Verknüpfung zwischen den Nervenzellen verdichten und bis ins hohe Alter Neues lernen. "Bewegung ist wahrscheinlich der entscheidende Lebensstilfaktor bei der Demenzprävention", sagt der Diabetologe und Altersmediziner Andrej Zeyfang von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. Er betont: "Es kommt nicht auf viel Sport an."

BEIM

BEWEGEN DENKEN

Gemeint ist eher körperliche Aktivität: Spazieren gehen, Treppen steigen, Rad fahren. Und Lenz empfiehlt "Brain-Walking" - also Bewegung und Gedächtnistraining zu kombinieren. Das geht am besten zu zweit: Man geht Spazieren und zählt währenddessen von 1.000 in Dreierschritten immer im Wechsel rückwärts herunter oder überlegt sich im Wechsel Personen, deren Vor- und Nachname mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Auch die Ernährung ist überaus wichtig für einen fitten Geist: Bis zu 30 Prozent der aufgenommenen Kalorien fließen in die Funktion des Gehirns. Besonders empfehlenswert ist die Mittelmeerkost. Damit ist unter anderem viel gutes Öl mit einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, frischem Gemüse und Fisch gemeint. Wichtig für Botenstoffe im Gehirn, darunter auch das sogenannte Glückshormon Dopamin, ist auch Vitamin B. Das ist etwa in Rindfleisch, Sesam oder auch Feldsalat enthalten. Man kann es ruhig als Nahrungsergänzung nehmen, da der Körper die meisten B-Vitamine nicht speichern kann. Vorbeugend ist auch ein gezieltes Training des Gehirns. Das geht zum Beispiel mit Mentalem Aktivierungstraining (MAT). "Dabei wird zum Beispiel die kurzfristige Informationsverarbeitung trainiert, eine Fähigkeit, die man im Alltag zum Beispiel am Fahrkartenautomaten braucht", erklärt Zeyfang. Für Menschen, die schon eine Demenz haben, ist MAT allerdings eher nicht geeignet.

MEHR ABWECHSLUNG

IN DEN ALLTAG BRINGEN

Jeder sollte dafür sorgen, dass sein Leben nicht zu monoton wird, rät Lenz. Denn: "Das ewig Gleiche hat negative Auswirkungen auf unser Gehirn." Mal einen anderen Weg zur Straßenbahn-Haltestelle gehen, Rechtshänder können den Einkaufszettel mal mit links schreiben. Schon kleine Abweichungen von der Routine reichen aus.

Die Zuckerkrankheit Diabetes und Demenz hängen zusammen, erklärt Zeyfang. Sowohl ein chronisch erhöhter Blutzucker, wie etwa bei einem unbehandelten oder schlecht eingestellten Diabetes Typ-2, aber auch mehrfach schwere Unterzuckerungen, wie sie bei einem zu streng eingestellten Typ-2-Diabetes auftreten können, erhöhen laut dem Experten das spätere Demenzrisiko. Am aktivsten ist das Gehirn während des Gesprächs mit anderen Menschen. Deshalb ist ein soziales Umfeld wichtig. Am besten kommt man täglich mit Menschen ins Gespräch. Entscheidend ist, in jedem Alter offen dafür sein, etwas Neues zu lernen. Denn das hält sowohl geistig als auch körperlich fit.

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