Beschwingtes Leben

Eins, zwei, Wiege-Schritt: Manchen Menschen geht das Tanzen ganz leicht von den Füßen. Andere fühlen sich dabei eher wie der Elefant im Porzellanladen.

ANNE MESSMER |

Eins, zwei, Wiege-Schritt: Manchen Menschen geht das Tanzen ganz leicht von den Füßen. Andere fühlen sich dabei eher wie der Elefant im Porzellanladen. Schade eigentlich, denn Tanzen ist gesund - und zwar viel gesünder, als vielen Menschen bewusst ist. Es gehört zu den ältesten Ausdrucksformen des Menschen. Als Nebenprodukt des aufrechten Ganges steckt das Tanzen den Menschen tatsächlich in den Genen. Manche Wissenschaftler gehen sogar so weit zu sagen, dass die Menschheit sich nie so weit entwickelt hätte, würden wir nicht tanzen.

Wie hoch die soziale Bedeutung des Tanzens ist, zeigt sich exemplarisch an zwei Dingen: Zum einen ist es eine der wenigen Sportarten, die Männer und Frauen - egal welcher Altersklassen oder körperlichen Voraussetzungen - gemeinsam ausüben können. Zum anderen hat sich bis heute kein politisches System durchgesetzt, welches das Tanzen verboten hatte. Der Mensch lässt es sich einfach nicht verbieten. Doch vor allem die Wirkung des Tanzens auf Körper und Psyche ist bemerkenswert. Tanzen - egal ob Paartanz, Ballett oder einfach freies Bewegen zur Musik - ist Bewegung. Und Bewegung ist gesund. Der Blutkreislauf kommt in Schwung, es wird mehr Blut durchs Herz gepumpt, Sehnen und Bänder werden stärker durchblutet und so die Funktion der Gelenke unterstützt. Zudem tut die aufrechte Haltung gerade beim Paartanz der Wirbelsäule gut. Auch verringert Tanzen die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und setzt das Glückshormon Serotonin frei.

DAS GLÜCK

DER TÄNZER

Tanzen macht also glücklich. Das belegen auch Studien, die sich mit dem Tanzen als Therapieform beschäftigen. Denn durch das Tanzen können Patienten sich von ihrem negativen körperlichen Zustand distanzieren und merken, dass sie dennoch etwas leisten können und etwas im Griff haben. Sie steigern somit ihr Wohlbefinden und gewinnen ein positives Lebensbild. Auch bei psychischen Erkrankungen hilft Tanzen den Betroffenen. Am besten wäre es, bereits im Kindesalter mit dem Tanzen zu beginnen - vielleicht sogar als Schulfach. Grundschüler, die regelmäßig tanzen, sind nachgewiesener maßen weniger aggressiv als gleichaltrige Kinder, die nicht tanzen.

Auch mit Blick auf das Alter und damit verbundene Erkrankungen ist der Tanz ein wichtiger vorbeugender Baustein. Denn er beansprucht Motorik, Aufmerksamkeit sowie das Kurz- und Langzeitgedächtnis. In einer groß angelegten Studie konnte nachgewiesen werden, dass Paartanz das Demenzrisiko um bis zu 76 Prozent senkt - und damit deutlich mehr als Lesen oder das Lösen von Kreuzworträtseln. Auch gibt es Ansätze, die vermuten lassen, dass Tanzen auch eine heilsame Wirkung hat. So zeigten sich bei Parkinson-Patienten nach einigen Stunden angeleiteten Tanzens deutliche Verbesserungen in der Motorik.

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